In einem festlichen Gottesdienst mit anschließendem Empfang im Gemeindesaal ehrte die Deutschsprachige Evangelische Kirche auf Madeira ihre Pfarrerin Ilse Everlien Berardo und verabschiedete sie aus dem Leitungsamt. In Zukunft wird der Kirchenvorstand die Leitung der Gemeinde übernehmen.
Vierzig Jahre lang hat Ilse Berardo ehrenamtlich die Geschicke der Gemeinde geleitet. Viele Gäste von nah und fern waren gekommen, so Pastor Jorge Gameiro, sozusagen „Hausherr“ der Gemeinde der Presbyterianer, in deren Kirche unsere Gemeinde ihre Gottesdienste feiern darf. Vertreter der deutschsprachigen evangelischen Gemeinden in Lissabon, Porto und Algarve hatten den weiten Weg auf sich genommen. Viele Gäste aus der katholischen Kirche waren zu Gottesdienst und Feier gekommen, allen voran die Bischöfe Dom Nuno Brás und Dom José Ornelas, Vorsitzender der Portugiesischen Bischofskonferenz.
Die Vorsitzende des Kirchenvorstands dankte der Pfarrerin für alle Arbeit. Die Gemeinde freue sich, dass Pfarrerin Berardo auch in Zukunft mit der Gemeinde Gottesdienst feiern und sie tatkräftig unterstützen wolle, betonte Stefanie Seimetz.
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Gemeinde unterwegs – Krippenausstellung
Eine stattliche Gruppe von Gläubigen hatte sich unter Leitung der Pfarrerin Ilse Berardo ins Casa Museu Frederico de Freitas in Funchal aufgemacht, um die jährlich wechselnde Krippenausstellung des prächtig eingerichteten Hauses zu betrachten. Die Direktorin, Drª Ana Margarida Araújo Camacho, führte höchstpersönlich durch die Quinta, die einst das Privathaus des Notars und Kunstsammlers Frederico de Freitas gewesen war und im Wesentlichen genauso erhalten blieb.

Immer noch wird die besondere, private Atmosphäre des Anwesens gepflegt. Und so wird auch jährlich der vorweihnachtliche Hausputz gehalten, ein Teil der reichhaltigen Krippensammlung aus den letzten drei Jahrhunderten hervorgeholt und dem Publikum zugänglich gemacht.

Die Weihnachtstraditionen und die Krippen sind auf Madeira äuβerst wichtig und ihre Gestaltung entsprechend originell. Einige der Stücke stammen aus den Frauenklöstern Madeiras, die die Verehrung des Christkinds, des menino Jesus, besonders wichtig nahmen. Andere entsprechen der typischen volksnahen Krippengestaltung auf Madeira, mit vielen kleinen Grotten in Madeirer Landschaft, oder den treppenförmigen Krippen, in denen das Jesuskind auf der obersten Stufe thront und segnet.


Aber auch Krippen vom Festland, aus Frankreich und eine Darstellung von Jesu Geburt aus Deutschland hatte der Sammler zusammengetragen. So geriet die Führung zu einer kleinen Kulturgeschichte Madeiras, aber vor allem zu einer festlichen Vorbereitung auf das Weihnachtsfest. Mit einem Gebet um den rechten adventlichen Sinn und dem Segen der Pfarrerin schloss der Besuch des „Hausmuseums“. Bei Kaffee und Tee hatte die Gruppe anschlieβend noch Gelegenheit sich auszutauschen und die vielen neuen Eindrücke zu verarbeiten.
Text: Dr. Martina Emonts

Erste Predigt
In unserer Gemeinde gibt es jetzt auch eine Prädikantin in Ausbildung.
Christa Hagenbuch ist in einem Kurs der von der EKD angeboten wird. Nach dem theoretischem folgte heute der erste praktische Teil.
Die erste Predigt vor der Gemeinde und den Gästen des Gottesdienstes. Auch ihr Mentor Stefan Stalling und seine Frau Anke, ehemalige Pfarrer der Gemeinde Lissabon, waren im Gottesdienst.
Gemeindetagung in Porto
In jedem Jahr richtet eine der vier deutschsprachigen evangelischen Gemeinden Portugals eine Tagung aus.
Vom 10. bis 12. Oktober fand die diesjährige Tagung in Porto statt.
Das Thema war: Kloster (Er)leben
Der Referent war der renommierte Musikwissenschaftler, Kirchenmusiker und Organist Nuno Mimoso.
Gemeinde unterwegs – Convent Santa Clara
Das Kloster und die Kirche Santa Clara im oberen Teil der Altstadt von Funchal waren Ziel des Ausflugs im März. 19 Teilnehmerinnen und Teilnehmer trafen sich im Klosterhof. Kunstvolle Kacheln und reicher Gold- und Silberschmuck beeindruckten die Gruppe in der Kirche. Faszinierend die alten, dicken Mauern: 500 Jahre alt ist das Kloster. Im Gemäuer und in den kleinen Kapellen rund um den Kreuzgang meinte man die Gebete und Gesänge der Frauen noch immer zu hören.

Gemeindeversammlung 2025
Zur jährlichen Gemeindeversammlung hat sich die Gemeinde nach dem Gottesdienst am 23. März getroffen.
Nach den Rechenschaftsberichten der Pfarrerin, der Schatzmeisterin und der Rechnungsprüfer wurde der Vorstand entlastet.
Die Mitglieder der Gemeinde dankten dem Vorstand für die in vergangenem Jahr geleistete Arbeit.

Gemeinde unterwegs Museu de Arte Sacra
Die Geburt Jesu in der Welt der Bilder
Am Samstag, dem 14. Dezember 2024, machte sich unsere Gemeinde auf den adventlichen Weg zum Museum für Kirchenkunst in Funchal (Museu de Arte Sacra). 21 Menschen aus verschiedenen Ländern und verschiedener Religionsbekenntnisse wurden sehr herzlich von der Direktorin des Museus, Graça Alves, begrüβt. Es sei eine Ehre, andere Kirchen in ihrem Hause zu empfangen, denn „wir haben ja alle denselben Chef“, bemerkte sie und wies gen Himmel.
Die Gruppe der deutschsprachigen evangelisch-lutherischen Gemeinde auf Madeira hatte die Ehre, die neueste Ausstellung des Museums mit einer kurzen Einführung durch die Direktorin Graça Alves einzuweihen. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen zwei frisch restaurierte Darstellungen der Gottesmutter mit Kind und Rosenkranz (Nossa Senhora do Rosário), und es wird ein Einblick in den komplexen Prozess der Restauration gewährt.
Pfarrerin Ilse Berardo führte die Gruppe zum eigentlichen Thema des Besuchs, einer Darstellung der Geburt Jesu auf einem Gemälde aus Flandern („Natividade“, 1510-1515), das im Rahmen des Zuckerhandels nach Madeira gekommen war. Die Pfarrerin lud uns zu einer meditativen Betrachtung des Bildes ein, dessen eher ungewöhnliche Bildsprache eine theologisch-dogmatische Konzeption verrät und ein Narrativ von der Geburt zur Auferstehung bietet. Sie erinnerte daran, dass die Menschen im 16. Jahrhundert nicht lesen konnten, und Bilder somit eine groβe Bedeutung für die Verkündigung hatten. Das Bild von der Geburt Jesu gibt Raum, sich in den Figuren wiederzuerkennen und es teilt mit: „Du kannst selbst zur Krippe werden.“
Einen abschlieβenden Kontrapunkt setzte die Pfarrerin durch den Hinweis auf das zeitgenössische Bild „Natividade“ (Geburt Jesu) der portugiesischen Künstlerin Paula Rego aus ihrem Zyklus „Ciclo da Vida da Virgem Maria“ (Das Leben der Jungfrau Maria), das sich einer völlig anderen, realistischeren Bildsprache bedient und Maria in den Wehen zeigt, gehalten von den starken Armen eines Engels.
Wir haben – Gott sei Dank – in den letzten Jahrhunderten Lesen gelernt, jedoch vielfach das Lesen von Bildern verlernt. Es gelang der Pfarrerin in dieser vorweihnachtlichen Zeit auf sensible Weise den Blick auf das wirklich Wesentliche der Heiligen Nacht zu schärfen.
Bei Kaffee, Tee, Toast und Keksen kam es zum Ausklang der Veranstaltung noch zu netten Gesprächen.





Text: Dr. Martina Emonts
Fotos: Kai Hagenbuch
Gemeinde unterwegs Quinta das Cruzes
Am 22. November haben wir einen Teil der Quinta das Cruzes besichtigt. Jüdische Gebrauchsgegenstände aus dem 17., 18. und 19. Jahrhundert wurden uns durch Professora Andrea gezeigt und erklärt.
Der als Hans Wetzler in Wien geborene Händler kam 1939 als Flüchtling vor dem Hitler Faschismus nach Madeira und fand hier seine neue Heimat. Nach der Einbürgerung nannte er sich João Wetzler und vermachte seine Sammlung aus Dankbarkeit der Region, unter der Bedingung, diese im Museum Quinta das Cruzes auszustellen. Ende der 1960er Jahre wurde dieses Vermächtnis offiziell in den Nachlass des Museums aufgenommen.



Gemeinde unterwegs Besuch der Ikonen-Ausstellung
Besuch der Ikonen-Ausstellung des Museums für Kirchenkunst, Funchal
Unter Leitung der Direktorin des Museums für Kirchenkunst in Funchal, Drª Graça Alves, besuchten wir am 10. Mai 2024 die Ikonenausstellung im Turm des Museums: “Ícones – Tradição e Diversidade no Legado de D. Teodoro de Faria” [Ikonen – Tradition und Diversität im Vermächtnis des Dom Teodoro de Faria]. Begleitet, übersetzt und kommentiert wurde die Führung von Pastorin Ilse Berardo. Von der insgesamt 101 Werke umfassenden Sammlung, einer Schenkung des emeritierten Bischofs von Funchal, Dom Teodoro de Faria, sind 56 repräsentative Ikonen ausgestellt.
Bereichert und beseelt von der sehr besonderen Frömmigkeit orthodoxer Kirchenkunst kamen wir alle an diesem Morgen der Ökumene und Gott ein wenig näher – die beste Vorbereitung auf das nahe Pfingstfest.



Gedenkfeier Busunfall 17. April 2019
Am 17. April 2024 fand in der Pfarrkirche von Caniço ein ökumenischer Gottesdienst zum Gedenken an die Opfer des Busunglücks vom 17. April 2019 statt. Anwesend waren Angehörige der Verunglückten aus Deutschland unter der seelsorgerlichen Begleitung von Landesnotseelsorgerin Bianca van der Heyden.
Gemeinsam feierten wir den zweisprachigen Gottesdienst mit Generalvikar José Fiel, dem Ortspfarrer Cónego Rui Pontes, der Pfarrerin Ilse Everlien Berardo und Pfarrerin Bianca van der Heyden im Beisein von diplomatischen Vertretern der Bundesrepublik Deutschland, des portugiesischen Rettungsdienstes und katholischen und evangelischen Gemeindegliedern.
Anschließend wurde am Unglücksort eine Gedenktafel von Botschafterin Dr.Julia Monar und der Bürgermeisterin Élia Ascensão enthüllt.

