September

Liebe Gemeindeglieder, liebe Freunde der Gemeinde,

der ungewöhnliche Sommer 2020 neigt sich seinem Ende zu.

Die Fernreise wurde auf das kommende Jahr verschoben, ebenso wie die Sommerfeste und die kulturellen Veranstaltungen, auf die man sich so gefreut hatte.

Was auf den ersten Blick als Verlust dasteht, zeigt sich aber auch als Gewinn.

Das Leben auf der Insel wird aus neuen Perspektiven im Hier und Jetzt wahrgenommen. Kein weitblickendes Planen, sondern im Nahen und Kleinen den Tag so nehmen wie er sich zeigt, als Chance das Schöne und Bewundernswerte im Moment zu entdecken.

Aus dieser erwachten Aufmerksamkeit gegenüber Menschen und Natur entspringt plötzlich eine tiefe Dankbarkeit für Gottes Schöpfung hier mitten im weiten Atlantik und für jede freundliche Geste der portugiesischen Nachbarn.

Trotz einer gewissen Unsicherheit, mit der wir in den Herbst und das aktive Leben gehen, herrscht nicht nur Klage. Viele von uns versuchen in der jetzt von Pandemie bestimmten Zeit zu prüfen, welche Ansprüche lebensnotwendig und welche vorübergehend aufgebbar oder gar überflüssig sind.

Als christliche Gemeinde sind wir beim Ausloten unserer Ansprüche nicht alleingelassen und schon gar nicht falschen Missionaren ausgeliefert, die die weltweite COVID-Gefahr und Sicherheitsmaßnahmen herunterspielen, um ihr narzisstisches und teils sogar nazistische Gedankengut aggressiv weiterzugeben.

Der Apostel Paulus gibt uns im 2.Brief an die Korinther, Kap. 5,19, das richtige Maß an, mit dem wir durch die gefährlichen Untiefen dieser Meinungsvielfalt hindurchkommen. Es ist die Bereitschaft zur Versöhnung.

Kriege und persönliche Kleinkriege sind Ausdruck unversöhnten Lebens. Es ist Unversöhntheit mit unseren Mitmenschen und oft auch mit uns selbst.

Deshalb erinnert uns der Apostel Paulus daran, dass es Gott war, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat. Er hat in Jesu Leben, Tod und Auferstehung den ersten Schritt zur Versöhnung getan, dessen Spuren wir sicher folgen dürfen.

Auf diesem gesegneten Weg in schwierigen Zeiten gilt es friedfertige Gesprächs-und Handlungsbereitschaft zu zeigen. So kann jeder zum Botschafter der Versöhnung an seinem Ort werden, um ihn etwas menschenfreundlicher und lebenswerter zu gestalten.

Bleiben Sie wachsam, gesund und Gott behütet.

Mit herzlichen Grüßen,
Ihre Ilse Everlien Berardo, Pfarrerin

Monatsspruch September 2020:
2.Korinther 5,19

Ja, Gott war es, der in Christus
die Welt mit sich versöhnt hat.

Igreja Evangélica Alemã na Madeira