Passionszeit

Liebe Gemeindeglieder und liebe Freunde der Gemeinde,

Wie hautnah erleben wir in diesem Jahr die Passionszeit!

Wir brauchen keine besonderen Exerzitien, die uns Leid und Tod bedenken lassen, um zur Beschäftigung mit eigenen existenziellen Fragen zu gelangen.

Bilder und Statistiken über Infizierte, Tote und verwaiste Städte und Dörfer, die eigene soziale Isolation und die wachsende Sehsucht nach lebendiger Gemeinschaft und dem Sieg über das Coronavirus ist unsere je persönliche Leidenszeit, in der wir nach Worten und Gesten der Hoffnung suchen, die uns spüren lassen, dass der Tod nicht das letzte Wort/die letzte Macht über uns hat.

Blicke ich zurück auf die Fastenaktionen der vergangenen Jahre unter dem Motto: „ Sieben Wochen Ohne“, so erscheinen sie mir jetzt in der weltweiten Notsituation wie Übungen vor dem Ernstfall.

Der Ernstfall ist in der Passionszeit 2020 eingetreten.

Auf alles konnten wir 7 Wochen lang verzichten, was uns sonst lieb und teuer war. Es war eben eine frei gewählte, zeitlich limitierte Aktion. 

 Wie undenkbar wäre eine Aktion „7 Wochen ohne Gottesdienst“ gewesen. Wer hätte je daran gedacht, dass das Überleben ganzer Nationen von sozialer Isolation abhängen würde, deren Konsequenz auch das Verbot von gemeinsam gefeierten Gottesdiensten bedeutete. Und trotzdem werden wir Ostern feiern , das Fest der Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus, jeder für sich zuhause und im Gebet vereint.

Jetzt, wo wir die lebendige Gemeinschaft vermissen, Gottesdienst und Abendmahl nur virtuell erleben, spüren wir an Leib und Seele, wieviel wir einander als Gemeinde Jesu Christi bedeuten. 

Halten wir an dieser gegenseitigen Wertschätzung fest und legen all unsere  Hoffnung auf die Liebe Christi, die uns und unsere Gemeinde trägt:

“Wie mich mein Vater liebt, so liebe ich euch auch. Bleibt in meiner Liebe“. Joh.15,9

Bleiben Sie wachsam, gesund und Gott behütet,

Ihre Ilse Everlien Berardo, Pfarrerin

Igreja Evangélica Alemã na Madeira